Blumengütesiegel Flower Label Program (FLP) vor dem Aus – Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaft beenden ihre Mitgliedschaft

Mit Wirkung zum 31. Dezember 2011 sind FIAN Deutschland, FIAN Österreich, Brot für die Welt und terre des hommes als Nichtregierungsorganisationen (NRO) und die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) als Gewerkschaft aus dem Flower Label Program e.V. (FLP) ausgetreten. Die Organisationen sahen sich dazu durch die Entwicklungen im letzten Jahr und den Zustand des FLP e. V. am Jahresende 2011 gezwungen. Sie ziehen die erforderliche Konsequenz aus den inhaltlichen Veränderungen des Vereins und dem finanziellen Zusammenbruch des Gütesiegels.

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Stellungnahme von FIAN Deutschland zum Austritt aus dem Flower Label Program

FIAN Deutschland ist zum 31. 12. 2011 aus dem Flower Label Program (FLP) ausgetreten. FIAN zieht damit die Konsequenz aus den Gründen für den Zusammenbruch des FLP in 2011. FIAN Deutschland hat das FLP 1999 mitbegründet. Seitdem hat FIAN die Nichtregierungsorganisationen im FLP-Vorstand vertreten sowie die Zertifizierung der Blumenbetriebe organisiert und durchgeführt. Dieses Engagement hat maßgeblich zu der hohen Glaubwürdigkeit des FLP in der Öffentlichkeit, der Zivilgesellschaft und dem Blumensektor beigetragen.

Zur ausführlichen Stellungnahme.

Kambodscha im Ausverkauf/Notizen zu einer Veranstaltung in der Heinrich-Böll-Stiftung

Erschütternde Tatsachen kamen bei der Informationsveranstaltung über Landgrabbing in Kambodscha zu Tage.

Fast 2 Mio. Hektar und damit über 50% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Kambodschas gehören inzwischen in- und ausländischen Agrarkonzernen.

Vertreibung in KambodschaDie Vergabe der Kon- zessionen geht einher mit massiver gewaltsamer Vertreibung – seit 2003 waren über 400 000 Menschen davon betroffen.

Unter Missachtung nationalen und internationalen Rechts veräußert eine autokratische Regierungspartei die Ressourcen des Landes, um sich selbst zu bereichern. Die Justiz ist korrupt und regierungshörig – ideale Voraussetzungen für ausländische Investoren.

Die Expansion der Zuckerindustrie erweist sich derzeit als eine der wichtigsten Ursachen für die Landvertreibungen. Möglich wurde dieser Boom durch die EBA (Everything-but-arms)-Initiative der EU: Die am wenigsten entwickelten Länder dürfen ohne Zölle und Mengenbeschränkungen alle Produkte außer Waffen in die EU exportieren. Von diesem Angebot profitieren nun in Kambodscha operierende thailändische Zuckerkonzerne und ein mächtiger Senator der Regierungspartei.

Diese Zusammenhänge wurden engagiert vorgetragen von Menschen, die es wissen müssen: Von Frau Dr. Kek Pung von der kambodschanischen Menschenrechtsorganisation LICADHO, von Manfred Hornung, dem Büroleiter der Böllstiftung in Kambodscha, und Roman Herre von FIAN Deutschland, der vor Ort selbst recherchierte.

Mehr unter:  asien-zucker-fuer-eu-landraub-in-kambodscha-11975

 

Veranstaltung zu Landgrabbing in Kambodscha

Die Heinrich-Böll-Stiftung, die Welthungerhilfe und FIAN, vertreten durch den Agrarreferenten Roman Herre, laden am Sonntag, 20.11.11, um 18 Uhr ein zu einer Informationsveranstaltung zur Ernährungssituation und zum Problem des Landgrabbing in Kambodscha. Die Präsidentin der kambodschanischen Menschenrechtsorganisation LICADHO, Dr. Kek Pung, wird Informationen aus erster Hand beitragen.
Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Zusammenhänge zwischen dem Landraub in dem fernen Land und unserem Bankkonto möglicherweise bestehen:

Landraub und Bankkonto

Die Veranstaltung findet in der Heinrich Böll Stiftung statt (Schumannstr. 8, Berlin-Mitte).

Mehr zur Beteiligung der Deutschen Bank an Landinvestitionen

FIAN weist Banken in die Schranken

„Banken in die Schranken“ war das Motto der großen Demo am Samstag, den 12.11.2011, organisiert von attac, campact und der occupy-Bewegung. Rund 8000 Menschen umzingelten das Regierungsgelände.

Auch wir von FIAN Berlin reihten uns in die Menschenkette ein

 

 

 

 

und unser Transparent fand breite Zustimmung.

 

 

 

 

Alternativer Nobelpreis für GRAIN/Aktion gegen Landgrabbing

Wir gratulieren GRAIN zum alternativen Nobelpreis! Die Organisation aus Barcelona hat sich vor allem dem Kampf gegen Landgrabbing verschrieben und dazu die informative Webseite farmlandgrab.org initiiert.

In diesem Zusammenhang rufen wir nochmals dazu auf, bis 7. Oktober den Dakar-Appell gegen Landgrabbing zu unterzeichnen. Diese vom Weltsozialforum in Dakar im Februar 2011 verabschiedete Erklärung wird den Regierungsvertretern übergeben werden, die vom 10.-14. Oktober in Rom über freiwillige Leitlinien zum Umgang mit Land beraten. Aktuell wird jedoch noch um zentrale Punkte zum Thema Landgrabbing gestritten.

Um den öffentlichen Druck auf die Regierungen zu erhöhen, sollen sowohl in Rom als auch europaweit öffentliche Aktionen stattfinden. Wir haben dazu am 10. Oktober eine Aktion vor einer Filiale der Deutschen Bank am Ku`damm durchgeführt – siehe die Fotos! Mehr zur Beteiligung der Deutschen Bank an Landinvestitionen


Eilaktion: Tagebau bedroht Indigene in Indien

Die Expansionen der Bergbaugesellschaft Central Coalfields Limited (CCL) gefährden das Überleben von 1000 Indigenen in Kusum Tola, einem Dorf in der nördlichen Karanpura Region im indischen Bundesstaat Jharkhand. Schwere Sprengungen in benachbarten Dörfern produzieren jetzt schon schädliche Staubwolken und führen zu Rissen in den Häusern von Kusum Tola. Die Vertreibung ist ein schwerer Verstoß gegen das Recht auf Nahrung der Dorfbewohner. Außerdem wird der Tagebau den Dorfbewohnern den Zugang zu Wasser nehmen. Dies ist ein Verstoß gegen deren Recht auf Wasser. Durch den Tagebau werden die Menschen in ihrer Existenz bedroht, was Hunger und Unterernährung zur Folge haben wird.

Hintergrundinformationen und Musterbrief zum Mitmachen gibt es hier als PDF oderim Netz. Weiterlesen

Acker soll Renten sichern, statt Hungernde ernähren

Deutsche Rentenversicherte sollen an der globalen Jagd nach Ackerland beteiligt werden

Köln, 23. September 2011. Immer mehr Pensionsfonds steigen in den Agrarsektor ein. Sie sichern sich riesige Ackerflächen und hoffen auf hohe Renditen für ihre Kunden. Nun will auch die deutsche Pensionskasse Ärzteversorgung Westfalen-Lippe auf den Zug aufspringen. Zusammen mit Pensionskassen aus den USA und Schweden will sie einen mehrere hundert Millionen US-Dollar schweren Agrarlandfonds auflegen, der unter anderem riesige Flächen in Brasilien aufkaufen soll.

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10 Jahre „Coffee to Go“

Am 19. August erinnerten wir gemeinsam mit der FIAN-Gruppe Köln vor der ugandischen Botschaft in Berlin an die Vertreibung von mehr als 2000 Menschen in Mubende/Uganda, die exkat 10 Jahre zuvor,  am 19. August 2001, gewaltsam durch das ugandische Militär von ihrem Land vertrieben worden waren. Das Land wurde in eine der größten Kaffeplantagen Ugandas verwandelt, die von der Kaweri Kaffee Plantation Ltd verwaltet wird, einem Tochterunternehmen der in Hamburg ansässigen Neumann Kaffee Gruppe.

Seit 2002 wird der Gerichtsprozess, den die Vertriebenen gegen die ugandische Regierung und das deutsche Unternehmen führen, immer wieder verschleppt. Eine angemessene Entschädigung der Betroffenen, die nach dem Verlust ihrer Lebensgrundlage unter äußerst schwierigen Bedingungen am Rande der Plantage leben, ist auch nach 10 Jahren nicht in Sicht. Weiterlesen

Aktion zum Tag der Landlosen am 17.4.

Zum Tag der Landlosen, des weltweiten Aktionstages des Kleinbauernnetzwerks La Via Campesina., machte die FIAN Gruppe Berlin in einer gemeinsamen Aktion mit INKOTA und dem FDCL durch Straßentheater und einen Infostand auf die verheerenden Auswirkungen der neuen großflächigen Landnahmen aufmerksam:

Landgrabbing

Ackerland ist weltweit ins Visier von Spekulanten geraten. Allein im Jahr 2009 fanden Verhandlungen und Vereinbarungen mit privaten Investoren über 45 Millionen Hektar Land statt, über 70 Prozent davon in Afrika.
Auf dem Land wollen die Investoren aus Industrie- und Schwellenländern Nahrungs- und Energiepflanzen für den Export anbauen. Leittragende dieses Land Grabbings sind die Menschen, die zuvor auf oder von diesem Land gelebt haben.

Oliver de Schutter, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, warnt, dass die großflächigen Landnahmen immer mehr Menschen in den Hunger treiben: Weltweit hungern etwa 500 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, weil ihnen ihr Land und damit ihre Ernährungsgrundlage genommen wurde. Um den Investoren das gefragte Land bereit zu stellen, werden die Menschen, die auf und von diesem Land leben, vertrieben – notfalls mit Gewalt.

Zeit zu handeln!

Beteiligt euch an der Online-Petition zur Dakar-Erklärung gegen Landgrabbing, die vom Weltsozialforum in Dakar im Januar 2011 verabschiedet wurde!